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Iberasuempfe - Schlammpiste, Krokodile, Affen und Nacht der schwarzen Kaefer

12. April 2005 | de

30118km unterwegs mit Emma




Das Buch zur Reise:


Fernweh

Mit dem Motorrad um die Welt

196 Seiten im Taschenbuchformat mit 41 farbigen Abbildungen und 9 Karten.

In Buenos Aires traf ich Sherrie, eine kanadische Freundin, die ich aus Korea kannte. Gemeinsam fuhren wir Richtung Norden. Die Routa 14 ist beruechtigt fuer ihre korrupte Polizei. Sie stoppen mit Vorliebe auslaendische Motorradfahrer um ihnen ein paar Pesos abzuknuepfen. Dank horizonsunlimited waren wir jedoch entsprechend vorgewarnt. Und tatsaechlich: Ein Polizeiposten stoppte uns und fragte wo wir unseren Feuerloescher haetten. Der waere obligatorisch. Ich habe jede Menge Zeugs dabei. Emma kommt daher wie ein Lastesel. Einen Feuerloescher hab ich jedoch nicht. Und wenn ich mirs so recht ueberlege ist er auch nicht wirklich essentiell. Also verneinte ich die Frage und sagte auch, dass dieser nicht noetig ist. Daraufhin produzierte der Polizist eine Kopie einer Werbung fuer Feuerloescher um seine Argumentation zu untermauern. Ich wollte im Gegenzug seinen Ausweis sehen und zeigte ihm einen Auszug aus der argentinischen Strassenverkehrsordnung. Von da an war der Feuerloescher doch nicht mehr so interessant und wir konnten weiterfahren.

Von Mercedes einem kleinen Nest im nordoestlichen Argentinien, fuehrt eine Erdstrasse ins Ibera Sumpfgebiet. Erdstrassen sind eigenlich eine schoene Abwechslung zu den schnurgeraden Asphaltbaendern Argentiniens. Problematisch ist nur Regen. Dann wird aus Dreck Matsch. Es regnete in den letzten Tagen jede Menge. Petrus schuettete solche Wassermassen herab, dass in mir schon die Vermutung zu keimen begann er experimentiere mit einer zweiten Sinnflut. Die Strasse zur Lagune artete dementsprechend in eine Schlammschlacht aus.

Dort angekommen wurden wir durch die Tierwelt jedoch mehr als entschaedigt. Wir wanderten auf Sielmanns Spuren.
Wir hoerten es gaebe hier Krokodile. Die wollten wir natuerlich sehen. Was wir nicht wussten, dass sie direkt am Campingplatz wohnen. Nach einer Eingewoehnungszeit teilten wir uns die Wiese vorm Zelt ganz ungezwungen mit Charly. Charly, ein Krokodil in den Zwanzigern, ist ein Feinschmecker. Ihm munden Kekse ganz vortefflich.
Auf einer Bootstour konnten wir die Flora und Fauna des Parks bewundern. Neben jeder Menge Krokodile sahen wir Hirsche, Otter, alle moegliche Voegel und komische braune Tiere deren Namen ich vergessen hab. Sie sehen aus wie eine Mischung aus Biber, Elchkopf und Riesenhamster. Mit nem Parkranger machten wir noch eine Stippvisite zu einer Affenfamilie.

Suempfe sind eine ideale Brutstaette fuer Insekten. Anscheinend insbesondere fuer schwarze Kaefer. Am zweiten Abend hatten die wohl einen Familienausflug. Und schwarze Kaefer haben eine recht grosse Verwandschaft. Alles war voll von schwarzen Kaefern. Lief man aufs Klo so mischte sich zu dem Summen und Brummen das unagenehme Krachgeraeusch welches beim Zertreten von Kaefern entsteht. Diese waren so zahlreich, dass man auch mit den besten Absichten nicht umhin kam auf sie draufzudappen.

Doppelwandzelte sind eine feine Sache. Sie verhindern, dass Kondenzwasser aus die Bewohner tropft. Ein gravierender Nachteil ergibt sich jedoch wenn man Heuschrecken als Nachbarn hat. Denen gefaellt anscheinend der Platz zwischen den zwei Planen. Sie finden auch gut den Weg dort hinein, nur nicht mehr hinaus. Naturgemaess legen sie ihren Weg huependerweise zurueck. Das ist jedoch recht schwierig zwischen zwei Zeltplanen. Dementsprechen huepfen sie die ganze Nacht wie verrueckt gegen die obere Plane. Da das nicht viel bringt kriegen sie Schiss. Duennschiss. Das ist ne ganz schoene Sauerei an der weissen Zeltdecke.

Tags: Posadas Argentinien
Map: S 27° 45.923 W 55° 74.634

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Comments:

avatar (04. August 2007)

Gypsyprincess says:

Those black bugs invaded my hair my body and kept kamikazeing into my face. ooo the scars.


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