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Schlagwörter von Fernweh: Kupfermine

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Reiseberichte markiert mit Kupfermine:

Atacama Wueste - Flamingos, Geisire und Kupfer

21. Juni 2005 | de

36535km unterwegs mit Emma




Das Buch zur Reise:


Fernweh

Mit dem Motorrad um die Welt

196 Seiten im Taschenbuchformat mit 41 farbigen Abbildungen und 9 Karten.

Die mächtigen Anden trennen Chile und Argentinien. Der nördlichste Uebergang ist der Passo de Jama (4200 m). Zusammen mit Nick und Jill fuhren wir gen Chile. Ein eiskalter Wind kroch in die Kleider, die Böen waren teilweise so stark, dass wir nur mit 60 km/h vorwärts kriechen konnten. Die Sonne beleuchte das tolle Panorama, war aber leider zu schwach um die Kälte zu vertreiben. Die Luft ist extrem trocken, die Lippen werden spröde und rissig sobald man zu cremen vergisst. Die alten Berge sind von Wind und Wetter zu Schutthügeln abgetragen worden und bilden eine lebensfeindliche Steinwüste auf über 4000 Meter. Es gibt nur vereinzelt ein paar Grasbüschel an geschützten Stellen. Das genügt scheinbar den Gunacos welche man auch hier oben beobachten kann. Wir waren froh als die Strasse nach 300 Kilometern die Höhe verließ und nach San Pedro hinunter führte.

San Pedro ist ein Touristenort. Chile ist teurer als Argentinien, San Pedros Preise sind jedoch unverschämt. Selbst der Sprit kostet 30% mehr. San Pedro ist jedoch von einer fantastischen Landschaft umgeben. Wir besuchten die Flamingos. Diese lachsfarbenen Vögel mit dem komischen Schnabel wohnen in einem Salzsee. Dieser war jedoch ganz anders beschaffen wir die Salares Grandes. Das Salz war in viele zerklüftete Schollen geborsten. Unzählige, messerscharfen Kristalle formten wenige Zentimeter hohe Hügel. In einer Lagune suchten die Flamingos nach Futter. Sie ernähren sich von Algen und anderen Kleinstlebewesen.

Die Anden sind eine vulkanisch recht aktive Gegend. Es gibt auch immer wieder Erdbeben. Nur ein Tag bevor wir über die Grenze kamen gab es wieder ein schweres Beben im Norden Chiles. Eine weitaus erfreulichere Begleiterscheinung der vulkanischen Tätigkeit sind die Geisire. Kaltes Grundwasser wird von der Lava erhitzt und tritt kochend an die Erdoberfläche. Eine schöne Schotterstrasse windet sich von San Pedro zu den Geisiren von Tatio hoch. Diese sind mit 4320 Metern die höchsten der Welt. Wir kamen über den letzen Hügel und sahen das Tal der Geisire vor uns liegen. Ich hatte das Gefühl wir wären in Jim Knopfs Land der Tausend Vulkane angekommen. Es dampfte, zischte und brodelte. Schwefelschwaden krochen einem in die Nase. Ich wäre nicht verwundert gewesen wäre Nepomuk aus einem der Hügel hervor gekrochen. Nur das schöne Bergpanorama passte nicht ganz.

Morgens sollten die Geisire am schönsten sein wenn der heiße Dampf in der kalten Luft zu riesigen Dampfwolken kondensiert. Daher beschlossen wir dort oben zu übernachten. Es sollte eine bitterkalte Nacht werden. Die kälteste der ganzen Reise. Die Kälte und mein Bauch ließen mich sehr schlecht schlafen. Unser Trinkwasser fror ein, wir mussten es im Geisir wieder auftauen. Die Geisire waren auch sonst recht nützlich. Wir kochten unsere Suppe in dem heißen Wasser und tauten Emma damit auf um sie starten zu können. Wir wurden am nächsten Morgen mit einem fantastischen Sonnenaufgang für die Kälte entschädigt. Die Sonne tauchte das Tal in ein goldenes Licht, und beleuchtete die meterhohen Dampfwolken. Wir badeten in einer heissen Quelle. Das Hinein war kein Problem, jedoch das Hinaus. Die Luft war bitterkalt.

Wir fuhren von Tatio nach Calama. Ich konnte leider die schöne Strecke nicht richtig gewiesen da mich wieder Bauchkrämpfe plagten. Die Wellblechpiste war eine Tortur. Kurz vor Calama passierte es dann. Emmas Getriebe gab den Geist auf. Der fünfte Gang funktionierte gar nicht mehr, zweiter und dritter nur mit lautem Heulgeräusch. Schon seit längerem machten die Getriebelager mit Geräuschen und Vibrationen auf sich aufmerksam. Ich hoffte jedoch das Getriebe würde bis zum Ende der Reise durchhalten. Tat es jedoch leider nicht.

Inmitten der Atacama Wüste, nördlich von Calama liegt die grösste im Tagebau betriebene Kupfermine der Welt: Chuquicamata. Riesige Bagger haben ein gigantisches Loch gebuddelt. Inzwischen ist es schon über 850 Meter tief. Während einer Besichtigungstour lernten wir die Arbeitsweise der Mine näher kennen. Es ist erstaunlich wie viel Aufwand betrieben werden muss um an das Kupfer zu kommen. Um eine Tonne Erz auszugraben müssen erst einmal über drei Tonnen taubes Gestein weggeräumt werden. Von dieser Tonne bleiben am Ende dann gerade mal zehn Kilo reines Kupfer übrig. – Nur damit ihrs auch wisst ;-)

Schlagwörter: Atacama Wüste Geisire Tatio Kupfermine
Karte: S 22° 46.666 W 68° 93.333

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