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Schlagwörter von Fernweh: Cordoba

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Reiseberichte markiert mit Cordoba:

Der Nordosten Argentiniens - Kondore und Berge

02. Juni 2005 | de

35277km unterwegs mit Emma




Das Buch zur Reise:


Fernweh

Mit dem Motorrad um die Welt

196 Seiten im Taschenbuchformat mit 41 farbigen Abbildungen und 9 Karten.

Nach fünf Wochen war es dann endlich soweit: Emma stand wie neu in Javiers Werkstatt. Am Vorderrad glänzte eine neue Bremsscheibe, eine Stahlflexleitung schlängelte sich elegant an der Gabel entlang. Sie war endlich wieder startklar. Während ich es noch gar nicht fassen konnte, dass es nun tatsächlich weitergehen sollte fiel mein Blick auf das Hinterrad. Und siehe da ein Stück Draht hatte sich frech in dasselbe gebohrt! Eine halbe Stunde später konnte es dann aber wirklich weitergehen.

Während der letzten fünf Wochen war es Herbst geworden. Waren wir noch mit sommerlichen Temperaturen in Buenos Aires angekommen so war es nun schon deutlich kälter. Es wurde Zeit die Motorradkleider wieder mit ihrem Innenfutter auszustatten. Die Bäume hatten all ihr Laub verloren, die Tage wurden merklich kürzer. Während man in der Stadt diese Veränderungen nur unmerklich zur Kenntnis nimmt so spürt man sie umso intensiver wenn man mit Motorrad und Zelt unterwegs ist.

Erstes Ziel auf dem Weg nach Bolivien war die Sierra rund um Cordoba. Dieses uralte Gebirge ist die Heimat der Kondore. Diese grössten flugfähigen Vögel der Erde haben eine Flügelspannweite von über drei Meter. Dank ihrer riesigen Flügel sind die Kondore ausgezeichnete Segler. Sie nutzen thermische Aufwinde um sich in die Höhe zu schrauben. So segeln sie stundenlang dahin ohne einen einzigen Flügelschlag. Ein nettes Sträßchen windet sich von dem Touristenresort Merlo in unzähligen Serpentinen ins Gebirge. Die ersten richtigen Kurven seit Ushuaia. Das war vor über 10.000 Kilometern! Und tatsächlich, kaum hatten wir unser Picknick am Aussichtspunkt ausgepackt zeigte sich auch schon der erste Kondor.

Wir fuhren weiter in den Nordwesten Argentiniens. Dieser ist weit weniger bekannt wie Patagonien aber ebenso faszinierend. Die Gegend ist recht trocken. Es gedeihen Dornenbüsche und Kakteen. Die Routa 40 führt zwischen den Anden und Vorgebirgen hindurch, kleine kurvige Schottersträßchen führen über die Berge. Die Gebirgszüge sind von vielen Tälern durchzogen, Wind und Wetter haben bizarre Strukturen geschaffen. Die Farben sind atemberaubend, besonders bei Sonnenuntergang. Leuchtendes rotbraun wechselt sich mit weiß, grau und fast schwarzem Gestein ab. Dazwischen wieder ein paar grüne oder dunkelbraune Kuppen. Wir besichtigten den Ischigualasto Nationalpark, besser bekannt unter Valle de la Luna. Er ist berühmt für seine Dinosaurierfunde. Die ganze Gegend erinnerte an Canyonlands im Südwesten der USA. Es schienen nicht viele Gringos in diesen hauptsächlich von Indios bewohnten Landstrich zu kommen. Schon gar nicht mit dem Motorrad. Die Leute betrachteten uns ausgiebig. Wir fuhren nordwärts nach Salta. Dort holten wir Informationen über die Lage in Bolivien ein.

Bolivien ist eins der ärmsten und politisch instabilsten Länder Südamerikas. Immer wieder gibt es politische Unruhen. Die Lage war in den letzten Monaten relativ ruhig. Vor kurzem spitzte sich jedoch die Situation wieder deutlich zu. Das Auswärtige Amt gab eine Reisewarnung, Einheimische vor Ort bestätigten die problematische Situation. Daher strichen wir Bolivien erst einmal von unserer Route und fuhren vom Norden Argentiniens nach Chile in die Atacamawüste.

Der Tag begann meist mit einem Lagerfeuer und endete auch damit. Wenn ich mich aus meinem Schlafsack herausgewagt habe (es war morgens ziemlich kalt) brachte ich erstmal das Feuer wieder in Gang. Zum Frühstück gab es meist getoastetes Brot mit Früchten oder ein Weckle mit Avocadoaufstrich. Manchmal auch ein Sonntagsfrühstück mit Rührei, Tomaten und Speck. Danach ein Mate zum fit werden. Es ist erstaunlich wie viel besser diese Sachen im Freien an einem Lagerfeuer schmecken können. Es wurde recht frühzeitig dunkel. So um fünf Uhr nachmittags hielt ich Ausschau nach einem Zeltplatz. Es dauerte meist eine Weile bis wir etwas fanden da alle Farmen eingezäunt sind. Mit etwas Geduld findet man aber eigentlich immer ein nettes Plätzchen. Zeit zum Kochen. Ich hatte einen kleinen Grill dabei und einen Topf. Das musste genügen. So gab es meist Pasta oder Reis. Und natürlich Sachen vom Grill, argentinisches Rindfleisch oder Würstchen. Danach einen Tee unter tausenden von Sternen.

Schlagwörter: Cordoba Sierra Motorrad Anden Salta Argentinien
Karte: S 24° 79. W 65° 41.

Zum Logbuch | Autor: Fernweh

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